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DAS BESTE ORCHESTER DER WELT – Teil des Kurzfilmprogrammes „3 prämierte Kurzfilme aus Österreich“

Inhalt:

Talent kann man anderen nicht unbedingt ansehen, hinter einem unscheinbaren Äußeren kann sich ein echtes Genie verbergen. Regisseur und Co-Autor Henning Backhaus treibt diese Erkenntnis in seinem Kurzfilm Das beste Orchester der Welt auf die Spitze. Darin erzählt er von dem Vorspiel an der Wiener Staatskapelle. Das findet, wie sich das gehört, ganz anonym hinter einem Vorhang statt, damit niemand aufgrund seines Aussehens, Geschlechts oder anderer äußerer Faktoren beurteilt wird. Ingbert Socke kommt das entgegen, schließlich handelt es sich bei ihm, wie der Name schon verrät, um eine Socke. Eine Socke jedoch, die meisterhaft das Kontrabass spielt und davon träumt, Teil des renommierten Orchesters zu werden.

Die tägliche Diskriminierung
Der rund 13 Minuten lange Kurzfilm verlässt sich dabei über längere Zeit allein auf die absurde Situation, dass eine Socke, die hier zu einer Handpuppe umfunktioniert wurde, über eine Persönlichkeit, Augen und musikalisches Talent verfügt. Gleichzeitig ist Das beste Orchester der Welt, das beim Filmschoolfest Munich 2020 den Publikumspreis gewonnen hat, aber auch ein Beitrag zum Thema Diskriminierung. Ein netter Twist der Geschichte zeigt, dass vieles zum Thema Diversität Lippenbekenntnisse sind und dass Angehörige von Minderheiten sich im Zweifel selbst die nächsten sein können. So humorvoll das Ganze hier auch aufgezogen ist, am Ende steht eine ziemlich ernüchternde Aussage.

(aus „Filmrezensionen.de“)

„Die Tragödie überwindet die Distanz. Die Komödie schafft Distanz. Das Mittel nun, mit dem die Komödie Distanz schafft, ist der Einfall. Die Tragödie ist ohne Einfall.“ Diese Definition von Friedrich Dürrenmatt mag ich sehr! Ich bin ein großer Fan des jüdischen Humors, von Ernst Lubitsch bis Woody Allen. In Das beste Orchester der Welt bemüht sich ein offensichtlicher Außenseiter um Teilhabe am System, wird vorne eingesogen und hinten ausgespuckt, tragisch eigentlich, aber eben auch die Geschichte einer Socke, und damit stecken wir tief in der Komödienmatrix. Es geht um fatale Lebensentscheidungen, das Gerangel von Deutungshoheiten und ums Chaos, das nur von der Lüge im Griff gehalten werden kann. Das alles in schlanken 14 Minuten! Grundsätzlich liegt meine Sympathie eher bei der schrulligen Idee als bei der aufgeräumten Komfortzone. Ich denke, es ist menschlich, schrullig zu sein. Und meine Socke ist mindestens so menschlich wie ich. (Henning Backhaus)


 

Details:

Schauspieler:   
Regie: Henning Backhaus
Genre: Kurzfilm, Animation
Länge: 13 Min.
Alterszulassung: ab 6 Jahre
Land: Österreich
Erscheinungsjahr: 2020


Spielzeit: