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EIN TRIUMPF

Inhalt:

Die auf dem Theaterstück „Warten auf Godot“ basierende Komödie von Regisseur Emmanuel Courcol war in Frankreich ein großer Erfolg. Nun kommt er in die deutschen Kinos.

Samuel Becketts „Warten auf Godot“ ist wohl das berühmteste Drama des absurden Theaters. Der Titel ist zur stehenden Redewendung geworden. Seit den 1950er-Jahren wurde das Stück in unzähligen Inszenierungen rund um die ganze Welt aufgeführt, unter anderem 1985 mit den Insassen in einem Hochsicherheitsgefängnis. Auf dieser Geschichte basiert der Film „Ein Triumph“ von Regisseur Emmanuel Courcol.

Große Rollenangebote hat er nicht mehr zu erwarten, als Schauspieler kommt Etienne kaum über die Runden – gespielt von Kad Merad, bekannt durch die Komödie „Willkommen bei den Sch´tis“. So übernimmt er jetzt die Leitung der Theatergruppe eines Gefängnisses. Voller Enthusiasmus stürzt er sich in die neue Aufgabe. Doch die Strafgefangenen Kamel, Moussa und Nadil machen sich zunächst nur lustig über den nicht mehr ganz jungen arbeitslosen Schauspiellehrer mit dem traurigen Blick und den billigen Klamotten. Zur ersten Theaterprobe erscheint nur ein Teilnehmer.

„Und wo sind Ihre Kollegen?“
„Die sind in ihren Zellen, die haben keinen Bock mehr. Ihr Vorgänger mit seinen Gedichten über Grillen und Ameisen hat genervt. Wir wollen Sketche machen, wir stehen auf Stand-up.“Filmszene

Etienne will keine moralischen Fabeln auf die Bühne bringen, aber auch keine Stand-Up-Comedy. Er hat das große Theater im Blick, Becketts Klassiker „Warten auf Godot“. Mit dem Warten kennen sich seine Schützlinge schließlich aus. Er beginnt mit Sprechübungen und Rollenspielen. Das ist komisch und gleichzeitig berührend, wenn die hartgesottenen Knackis in einer Übung wie Hühner und dann wie fernöstliche Krieger durch den Probenraum toben, oder wenn Rolle und Realität sich immer wieder in die Quere kommen. Das Thema des Stückes aber, die Absurdität und Sinnlosigkeit des Lebens, muss Etienne seinen Schülern nicht lange erklären.

„Hier ist nichts, hier gibt es keinen Sinn.“
„Draußen ist das Leben manchmal auch absurd.“
„Ja, aber ich bin lieber absurd da draußen als nicht absurd hier drinnen.“
„Ein Philosoph. Ich seh‘ schon, ihr wisst, was Sache ist. „

„Das ist das Schönste, was meinem Stück passieren konnte“, schrieb Samuel Beckett, als das Drama noch zu seinen Lebzeiten 1985 in einem schwedischen Gefängnis inszeniert wurde. Wie damals in dem authentischen Fall geht auch die Theatergruppe im Film auf Tournee über die ganz normalen Bühnen im ganzen Land. Die Laienaufführung wird ein Riesenerfolg.

Durch die Theaterarbeit entdecken die Inhaftierten Menschlichkeit und Solidarität. Ihr Godot-Experiment feiert Triumphe. Das klingt nach Hollywooddramaturgie. Aber am Ende vor dem letzten großen Auftritt im Pariser Odeón gibt es eine gewaltige Überraschung, und das intensive kleine Kammerspiel hat einen ganz unerwarteten und gerade deshalb wunderbaren Kinomoment. Das ist spannend, bewegend und höchst amüsant.

 


Details:

Mit: Kad Merad, David Ayala, Lamine Cissokho u.a.
Regie: Emmanuel Courcol
Genre: Drama, Komödie
Länge: 106 Min.
Alterszulassung: Ab 6 Jahre
Land: Frankreich
Erscheinungsjahr: 2022


Spielzeit:

Freitag,      3. Februar         18.15 Uhr  (Saal 2)