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ELISE UND DAS VERGESSENE WEIHNACHTSFEST

Inhalt:

Geschenke kaufen, die eigenen vier Wände schmücken und den Besuch der Familie vorbereiten – Weihnachten bringt nicht nur Freude, Glück und Besinnlichkeit mit sich, sondern produziert manchmal auch eine ordentliche Portion Stress. Viele Zuschauer*innen dürften davon ein Liedchen singen können. In Andrea Eckerboms Regiedebüt „Elise und das vergessene Weihnachtsfest“ ist derartiger Trubel zunächst ausgeschlossen. Denn der Handlungsort, ein kleines Dorf irgendwo in Norwegen, wird von Menschen bewohnt, denen andauernd alle möglichen Dinge entfallen. Der 24. Dezember ist ein Tag wie jeder andere auch, an dem es zu den üblichen Missgeschicken kommt. Ein Einheimischer etwa stürzt allmorgendlich aus dem Fenster des ersten Stocks, weil er fälschlicherweise annimmt, einen Balkon zu haben.

Einzig die kleine Elise (Miriam Kolstad Strand) spürt nach dem Aufwachen an Heiligabend, dass etwas Besonderes, Ungewöhnliches in der Luft liegt, und ist wild entschlossen, ihrer diffusen Ahnung auf den Grund zu gehen. Ein Hinweis ihrer Hausmaus führt sie auf den Dachboden, wo sie einen hölzernen Adventskalender findet. Diesen kann – das große Vergessen ist schuld! – allerdings niemand als solchen identifizieren, was Elises Neugier aber nur noch mehr befeuert. Ihre hartnäckige Suche führt sie schließlich zum Tischler Snekker Andersen (Trond Espen Seim), der sofort der Meinung ist, dass man gegen die Unkenntnis der Dörfler*innen etwas tun müsse. Kurzerhand zeigt er seiner jungen Besucherin den Weg zu einem uralten Baum, in dem niemand anderes als der Weihnachtsmann (Anders Baasmo Christiansen) lebt.

Elise und das vergessene Weihnachtsfest geht auf eine Erzählung des Schriftstellers Alf Prøysen zurück. Mit Snekker Andersen und dem Julenissen, wie der Weihnachtsmann in Norwegen genannt wird, präsentiert der Film zwei Figuren, die bereits in der ebenfalls auf einer Geschichte des bekannten Autors basierenden Komödie Plötzlich Santa auftraten. Um eine Fortsetzung im engen Sinne handelt es sich bei Eckerboms Erstlingswerk allerdings nicht, da eindeutig Elise im Zentrum steht. Den hierzulande 2017 veröffentlichten Vorgänger muss man also keineswegs gesehen haben, um den Geschehnissen folgen zu können.

Charme versprüht der winterliche Märchenstreifen reichlich. Sei es über die liebevoll animierte, dem Realfilmteil vorangestellte, wie ein Bilderbuch wirkende Einstiegssequenz, das malerisch daliegende, heimelig anmutende Dorf oder die von Miriam Kolstad Strand erfrischend natürlich und aufgeweckt gespielte Protagonistin, die sich von der Ahnungslosigkeit ihres Umfelds nicht aufhalten lässt. Elise und das vergessene Weihnachtsfest hat keine besonders raffinierte Story zu bieten, bringt dafür aber ein kindgerechtes Abenteuer ins Rollen, das seine schräge Prämisse immer wieder für lustige Slapstick-Einlagen und gelungene Situationskomik nutzt.

Hoch anrechnen muss man der Regisseurin und den Drehbuchautoren John Kåre Raake, Harald Rosenløw Eeg und Lars Gudmestad, dass sie die besondere Magie von Weihnachten beschwören, ohne in klebrigen Kitsch zu verfallen. Geschenke werden im Film verteilt. Der Konsumrausch, der das Fest der Liebe heutzutage oft begleitet, hat in dieser Geschichte jedoch keinen Platz. Was zählt, ist das Gefühl der Gemeinschaft. Wenn die Dorfbewohner*innen beisammensitzen, sich lebhaft unterhalten und lachen, geht einem allemal das Herz auf. Schade nur, dass Elises weihnachtliche Erlebnisse schon nach schlanken 65 Minuten vorüber sind. Gerne hätte man noch etwas länger in diesem pittoresken Ort mit seinen sympathisch-skurrilen Figuren verbracht!

(aus „KINO ZEIT“)


Details:

Mit:  Miriam Kolstad Strand, Trond Espen Seim, Anders Baasmo Christiansen
Regie: Andrea Eckerbom
Genre: Weihnachtsfilm für die ganze Familie
Länge: 71 Min.
Alterszulassung: Jugendfrei!
Land: Norwegen
Erscheinungsjahr: 2021


Spielzeit: