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Festival „DER NEUE HEIMATFILM“ : „WALLERS LETZTER GANG“

Inhalt:

Zwischen leiser Poesie und spannendem Erzählen – Das vielfach ausgezeichnete Kinodebüt von Christian Wagner

Ein idyllisches Seitental im Allgäu. Hier soll eine Bahnlinie stillgelegt werden – und mit ihr der alte Streckengeher Waller, dessen Leben eng mit der Geschichte dieser Eisenbahnstrecke verwachsen ist. Ein letztes Mal bricht Waller zu einem Kontrollgang auf. Sein Gang entlang der Schienen wird ein Gang durch die Zeiten: Kindheit in den 20er Jahren, erste Berufserfahrung als Streckengeher, Abschied vom besten Freund, der 1941 Soldat wird und nicht zurückkehrt. Nach dem Krieg die große verbotene Liebe zu Angelika

Die Spuren der Erinnerung führen zu Menschen, ins Vergnügen, ins Vergessen. Das Gras überwuchert das Gedächtnis. Im Verschwimmen von Gegenwart und Vergangenheit entsteht eine Reflektion über Veränderung und Fortschritt. Am Ende des Weges ist die Bahnstrecke bereits mit hohem Gras überwachsen.

 

Wallers Leben ist die jüngste Geschichte der BRD – kein deutscher Film bekam auf Anhieb so viele Auszeichnungen. (Tip Berlin)

Bis zur adäquaten Aufarbeitung des deutschen Films auf DVD ist es noch ein langer Weg – das hat erst kürzlich wieder die ernüchternde Fassbinder – Reihe gezeigt. Ein Vorbild für die Zukunft ist dagegen die DVD Special Edition zu Christian Wagners preisgekröntem „Heimat“-Film ‚Wallers letzter Gang. (Frankfurter Rundschau)

Preise und Festivals
•Bayerischer Filmpreis 1989
•Preis der Deutschen Filmkritik 1989
•Bundesfilmpreis 1989 – Filmband in Gold für Thomas Mauch (Kamera)
•Besondere Erwähnung bei der Caméro d’Or (Cannes – Semaine de la Critique) 1989
•Europäischer Filmpreis 1989 – Nominierung für den Besten Nachwuchsfilm

(aus „Filmgalerie“)

 

Bahnlinien mit ihrem Streckennetz haftet romantisch betrachtet ein signifikanter Symbolismus bezüglich von Lebenswegen an, der immer wieder gerade in filmischen Zusammenhängen atmosphärisch installiert wird. Für den deutschen Spielfilm Wallers letzter Gang aus dem Jahre 1988 von Christian Wagner trifft dies in ganz besonderem Maße zu: Da reflektiert ein alter Streckengeher bei seinem letzten Arbeitseinsatz entlang der Schienen die markanten Stationen seines Lebens.

Tag für Tag kontrolliert der alte Streckengeher Waller (Rolf Illig), ein zurückgezogener, wortkarger Mensch, seine Bahnlinie in einer ländlichen Region im Allgäu. Als dieser Streckenbereich stillgelegt werden soll, steht auch die Pensionierung Wallers an, und es kommt der Morgen, an dem sich der alte Mann zu seinem letzten Gang aufmacht, zum letzten Mal die vertraute Routine mit gewohnter Sorgfalt verrichtet, die mit den Jahren zu seinem wichtigsten Lebensinhalt geworden ist. Dieser finale, von Abschied umwitterte Einsatz führt ihn gedanklich auf die Pfade seiner Erinnerungen, so dass Waller (als junger Mann gespielt von Herbert Knaup) entlang der Strecke noch einmal sein Schicksal betrachtet, das von Liebe, Schmerz, Verlust und zwei Weltkriegen geprägt wurde.

Die Inszenierung der Geschichte eines besinnlichen Ganges, der zur Reflexion eines ganzen Lebens wird, frei nach dem Roman Die Strecke von Gerhard Köpf setzt auf leise Töne und geruhsame, schlichte Bilder, die in ihrer Intensität einen Lebensweg verfolgen, der trotz seiner sehr persönlichen Ausrichtung in vielen Aspekten exemplarisch für das Erleben der Generation von Männern steht, die in den 1920er Jahren geboren wurde. Wallers letzter Gang wurde bei den Filmfestspielen von Cannes 1989 mit der Goldenen Kamera für das Beste Spielfilmdebüt ausgezeichnet, gewann den Bayerischen Filmpreis sowie den Deutschen Filmpreis in Gold und Silber. Es ist die ebenso sanfte wie eindringliche Melancholie, die an diesem Film berührt, der die Darstellung seines tristen Helden mit großem Respekt gestaltet und ihm vor allem am Ende eine ganz eigene und eigenwillige Würde verleiht.

(aus „Kino.Zeit“)

 


Details:

Schauspieler: Rolf Illig, Volker Prechtel, Tilo Prückner
Regie: Christian Wagner
Genre: Drama, Historie, Biographie
Länge: 100 Min.
Alterszulassung: ab 12 Jahre
Land: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1989

 


Spielzeit: