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GUT GEGEN NORDWIND

Inhalt:

Leo ist Linguist und Romantiker. Als die Beziehung zu seiner Langzeitfreundin in die Brüche geht, trifft ihn das hart und er schickt ihr eine letzte verzweifelte E-Mail. Statt einer Antwort erhält er eine Massenmail mit Weihnachtsgrüßen von Emma. Mit ihr kam er Wochen zuvor in flüchtigen Kontakt, weil sie aus Versehen eine Mail zur Abbestellung eines Magazins an seine Adresse geschickt hatte. Die beiden kommen ins Gespräch.

Sprachwissenschaftler Leo hat ein gebrochenes Herz und Emmas Ehe ist im Scheitern begriffen. Daraus entsteht eine digitale Zufallsbekanntschaft voll von geistreichen Dialogen, emotionalem Gedankenaustausch und bald auch romantischen Gefühlen. Die beiden beginnen ein Doppelleben. Einerseits schleppen sie sich durch ihren Alltag voller Enttäuschungen und Trauer, andererseits freuen sie sich darauf, in das Online-Gespräch zu fliehen. Irgendwann werden die Zuneigung und die Neugier zu groß, um sie immer aufs Internet zu beschränken. An diesem Punkt drohen die Fantasien mit der Realität zu kollidieren. Die verbotene Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt.

„Gut gegen Nordwind“ stellt sich der großen Herausforderung, eine Geschichte auf die Leinwand zu bringen, die im Original rein aus E-Mail-Dialogen besteht. Er meistert sie. Man bedient sich kreativer Kniffe, wie dem Einblenden der geschriebenen Texte in die Szenen, als würden sie auf Fensterscheiben geschrieben. So verliert der Film nie seinen Fluss. Ansonsten werden Mails stets aus dem Off vorgelesen, was den Zusehern die Chance gibt, sich auf die Emotionen der Szene zu konzentrieren.

Beide Protagonisten Leo (Alexander Fehling) und Emma (Nora Tschirner) dominieren den Film. Mit ihren schauspielerischen Leistungen steht und fällt der Film. Glücklicherweise spielen die beiden souverän. Vor allem Nora Tschirner, die im ersten Filmdrittel nur als Stimme aus dem Off auftritt, stellt die unterschwellige Verzweiflung und die spielerische Lebendigkeit ihrer Figur auf beeindruckende Weise dar. Alexander Fehling leidet als Leo ein wenig an den Beschränkungen, die ihm das Drehbuch in den Weg stellt. Sein Charakter entwickelt sich kaum und funktioniert nur mit Emma als Referenzpunkt.

Beeindruckend ist  die visuelle Umsetzung des Films. Licht und Schatten, Landschaftspanoramen und extreme Close-Ups führen die Zuschauer perfekt durch die Emotionen der Handlung und unterstreichen das Geschehen, ohne sich in den Vordergrund zu schieben. Bei einer Laufzeit von gut zwei Stunden schafft es der Film, die oft sehr statischen Szenarien niemals langweilig zu präsentieren.

Eine besondere Erwähnung verdient auch noch Ulrich Thomsen als Emmas Ehemann. Seine Fähigkeit, Emotionen mit weniger Worten und winzigen Bewegungen der Mimik darzustellen, ist herausragend. Er schafft es, die Zuschauer zu zwingen, mit seiner potenziell eindimensionalen Figur mitzufühlen, und macht seinen Charakter aus einer reinen Hürde für die Liebe der Protagonisten zum echten Menschen.

„Gut gegen Nordwind“ ist eine kompetente Literaturverfilmung, die sich in einigen Details Freiheiten im Gegensatz zur Vorlage erlaubt. Alles in allem ist es ein überraschend nuancierter Liebesfilm mit starken Darstellern und konsequent durchgesetzter Prämisse – ohne zu großen Kitsch. Für Freunde des Buchs und echte Romantiker eine Empfehlung.

(aus „Helden der Freizeit“)

 


Details:

Schauspieler: Alexander Fehling, Nora Tschirner, Ulrich Thomse, Lisa Tomaschewsky, Ella Rumpf, Claudia Eisinger
Regie: Vanessa Jopp
Genre: Literaturverfilmung, Liebesgeschichte
Länge: 122 Min.
Alterszulassung: ab 12 Jahre
Land: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2019

 


Spielzeit:

Sonntag,           20. Oktober;         20.15 Uhr  (Saal 1)
Mittwoch,         23. Oktober;         20.15 Uhr  (Saal 1)