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ICH BIN DEIN MENSCH

Inhalt:

Etwas beunruhigt schaut sich Alma (Maren Eggert) in dem Eingangsbereich des Clubs um, den sie gleich betreten wird. Sie scheint sich nicht ganz wohl zu fühlen, etwas fehl am Platze. Dann betritt sie die Welt hinter dem Vorhang – und steht in einer Bar mit Tanzfläche, die eine Mischung aus dem Berlin der 1920er Jahre und New York zu sein scheint. Sie wird schon erwartet und von einer Frau (Sandra Hüller) in Empfang genommen. Ein Mann wartet auf sie oder besser: ein Roboter, der aussieht wie ein Mann. Er heißt Tom (Dan Stevens) und wurde mit Datenmaterial sowie Almas Wünschen gefüttert. Nun soll er ihren perfekten Partner verkörpern, aber nach einem Kompliment, bei dem Almas Augen mit Bergseen verglichen werden, sowie einem Zwischenfall beim exaltierten Rumba-Tanz zeigt sich schnell sein Verbesserungspotential. Doch Alma hat zugesagt, Tom zu testen: die Wissenschaftlerin ist eine der ExpertInnen, die über die Zulassung dieser Partnerschaftsroboter in Deutschland entscheiden sollen. Also holt Alma den reparierten Tom am nächsten Tag und nimmt ihn mit in ihre Wohnung.

Auf den ersten Blick wirkt dieser Ort wie eine ganz normale Bar, in der man sich kennen lernen kann. Paare unterhalten sich, flirten, trinken. Und der Mann, den Alma hier trifft, ist auch noch gutaussehend und zuvorkommend. Und doch geht hier etwas Ungewöhnliches vor, zumindest für uns Zuschauerinnen und Zuschauer des Jahres 2021. Die Kellner und Kellnerinnen der Bar sind Hologramme. Und Almas Date mit dem britischen Akzent verfügt über ungewöhnliche Fähigkeiten: Denn Tom ist ein Roboter in Menschengestalt – ein Liebes- und Beziehungsersatz.

Alma, die eigentlich Wissenschaftlerin am Berliner Pergamonmuseum ist, hat sich auf ein Experiment eingelassen, um an Forschungsgelder zu kommen. Drei Wochen lang soll sie mit Tom zusammenleben, seine Fähigkeiten im privaten Alltag auf die Probe stellen. Doch zu Hause merkt Alma schnell, dass ihr die aalglatte Perfektion des künstlichen Mannes auf die Nerven geht. Sie freut sich nicht über ihr von Tom perfekt aufgeräumtes Wohnzimmer, ist irritiert über das geordnete Bücherregal, findet das Champagnerfrühstück mit Erdbeeren genauso albern wie seine romantischen Komplimente.

Genervtheit ist die Grundhaltung von Alma. Diese Genervtheit spielt Maren Eggert großartig in allen Nuancen vom Stirnrunzeln bis zum Ausrasten. Dafür bekam sie auf der vergangenen Berlinale den Preis für die beste schauspielerische Leistung. Die sich sträubende Frau, der mit allen Tricks werbende Mann – Maria Schraders futuristische Beziehungskomödie ruht sich ein wenig zu sehr auf dieser Grundkonstellation aus. Es ist die alte Geschichte der „Widerspenstigen Zähmung“, auch wenn Algorithmen im Spiel sind.

Alma, die moderne, selbstbewusste Frau, will sich nicht von der Mechanik einer Maschine verführen lassen. Dennoch beginnt sie, sich in Tom zu verlieben. Und zwar ausgerechnet als dieser beginnt, unberechenbar zu werden, Erwartungen auszuhebeln, quasi ein Eigenleben zu entwickeln. Oder beruht auch dieses Verhalten auf perfekter Berechnung?

„Ich bin dein Mensch“ variiert das uralte Thema des künstlichen Menschen. Können von einem Roboter vorgespielte Gefühle beim humanen Gegenüber echte Emotionen auslösen? Oder beruhen Almas Gefühle ebenfalls auf einer Täuschung, nur eben einer Selbsttäuschung? Gibt es überhaupt absolute Wahrhaftigkeit in Beziehungen? Um diese Fragen kurvt Schraders Film herum.

(aus „NDR“)

 


Details:

Schauspieler: Maren Eggert, Dan Stevens und Sandra Hüller
Regie: Maria Schrader
Genre: Drama
Länge: 105 Min.
Alterszulassung:  Ab 14 Jahre
Land: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2021

 


Spielzeit:

Samstag,          25. Juli          18.00 Uhr  (Saal 2)
Dienstag,         28. Juli          20.00 Uhr  (Saal 2)
Mittwoch,        29. Juli          20.00 Uhr  (Saal 2)