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MARIA STUART – KÖNIGIN VON SCHOTTLAND

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Katherine Hepburn hat sie schon gespielt, Vanessa Redgrave und Zarah Leander ebenfalls: Maria Stuart, die tragische Regentin, die mit Elisabeth I. anno 1561 um den Thron ringt. In Josie Rourkes Kostümdrama „Maria Stuart, Königin von Schottland“ ist Saoirse Ronan („Lady Bird“) in der Rolle der Monarchin zu sehen und verkörpert sie so facettenreich wie vielleicht keine Schauspielerin vor ihr, zwischen Härte und Verletztlichkeit, Intuition und Berechnung. Bereits im Alter von neun Monaten wird Maria zur schottischen Königin gekrönt, zunächst aber ins katholische Frankreich gesandt, wo sie den französischen Thronerben ehelicht und Königin von Frankreich wird. Nachdem sie schon mit 18 zur Witwe wird, tritt sie den Weg zurück in ihre Heimat Schottland an, um ihren Anspruch auf die Regentschaft anzumelden. Doch in ihrer Abwesenheit ist viel passiert: Marias Halbbruder Moray sitzt auf dem Thron, die Protestanten haben die Macht, und ihr Anführer John Knox setzt sich entschieden dagegen ein, dass eine Frau die Herrschaft übernimmt. Ihre Cousine Elisabeth I. (Margot Robbie, „I, Tonya“), die Königin von England, tritt ihrerseits in einen Konkurrenzkamp mit Maria, die wiederum ihren Machtanspruch unerbittlich verfolgt, während sie gleichzeitig mit Verschwörungen vor allem von männlichen Widersachern zu kämpfen hat. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, ihr Ende ist bekannt: 1587 endet Maria Stuart auf dem Schafott.

„Maria Stuart, Königin von Schottland“ ist der Debütfilm von Josie Rourke, künstlerische Leiterin des Donmar Warehouse Theaters in London und vielfach prämierte Theaterregisseurin, deren Inszenierungen etwa am Londoner Westend oder am Broadway zu sehen waren. Das Theatrale ist ihrer Formsprache eingeschrieben, während sie gleichzeitig die Möglichkeiten ausschöpft, die ihr das Kino bietet: die Weite der Bildtableaus, die Erkundung von Räumen und Gesichtern. Der Film basiert auf dem Buch „Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart“, mit dem der Historiker Dr. John Guy versucht hat, dem Leben von Maria Stuart neue Blickwinkel abzutrotzen. Und so verweist auch das Kostümdrama auf das Hier und Jetzt, wenn Rourke die Dualität zwischen Maria und Elisabeth betont: Zwei Frauen, die nicht nur Rivalinnen, sondern auch voneinander fasziniert sind, die vielleicht sogar Verbündete sein könnten – würde das patriarchale System weiblichen Zusammenhalt, erst recht gepaart mit Macht, nicht als potenzielle Bedrohung betrachten und den beiden immer wieder Steine in den Weg legen – die Intrigen, die hier gesponnen werden, könnten eine ganze Serienstaffel füllen. Ein Historienepos im intimen Format, getragen von überzeugenden Darstellerinnen.

(aus „kulturnews“)

 

Auch wenn die nächste Oscar-Verleihung erst im Februar 2019 ist, fährt die Filmwelt jetzt schon in Erwartung ihres wichtigsten Branchenereignisses zu Hochform auf. Auf den Festivals in Venedig und Toronto haben die Studios ihre Favoritinnen bereits ins Rennen geschickt. Zwei kommen aus dem neuen britischen Historiendrama „Maria Stuart, Königin von Schottland“. „Mit Saoirse Ronan und Margot Robbie dürften schon jetzt zwei Kandidatinnen für den Oscar 2019 als Beste Hauptdarstellerin feststehen“, kommentierte das Magazin Filmstarts.de. Den Soundtrack der Big-Budget-Produktion schrieb mit Max Richter ebenfalls ein Hauptakteur-, der bekannteste lebende Komponist in der heutigen Klassik-Szene.

Europa, im 16. Jahrhundert: die Entdeckung Amerikas liegt noch nicht lang zurück, und der Handel blüht – heute würde man Globalisierung dazu sagen. Katholiken und Protestanten ringen um die Macht. Mit Zweck-Heiraten stecken die Königshäuser ihre Reviere ab. Als ihr Ehemann Franz II. 1559 den Thron Frankreichs besteigt, wird seine erst 16jährige Gemahlin Maria Stuart (Saoirse Ronan) automatisch die rechtmäßige Königin ihres Heimatlands Schottland. Als ihr Gatte zwei Jahre später stirbt, kehrt sie dorthin zurück. In Schottland regiert jedoch bereits ihre Cousine Elizabeth I. (Margot Robbie). Der Machtkampf der beiden rothaarigen Rivalinnen mündet in einen Krieg.

Wer den Film „Elizabeth, das Goldene Königreich“ (2007) mit Cate Blanchett kennt, kann sich hier die Geschichte aus einer anderen, insbesondere feministischen Perspektive anschauen. Die Regisseurin Josie Rourke – gefeiert in der Theaterwelt – stellt in ihrem Biopic heraus, wie die beiden eigentlich schwesterlich miteinander verbundenen Königinnen als Marionetten machtgeiler Männer missbraucht werden. Das Drehbuch schrieb mit Beau Willimon („House of Cards“) ein Meister des Polit-Thrillers. Es basiert auf der viel beachteten Biografie „Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart“ von John Guy, die Stuarts Skandal-Image revidiert.

Die Filmmusik:  ein Opus mit Trommel und keltischer Harfe . Eingespielt mit einem hundertköpfigen Orchester und 12-Stimmen-Chor, klingt es wuchtig und gewaltig, vor allem im Theme-Song „A New Generation“, der majestätisch durch den Soundtrack schreitet. Richter rundet hier seine persönliche moderne musikalische Handschrift mit Anleihen aus dem 16. Jahrhundert ab. Er habe der weiblichen Stimme einen großen Stellenwert gegeben, sagte der preisgekrönte Neo-Klassiker (international über 20 Mal nominiert) dem Magazin Variety. Die Auftritte Marias untermalt eine Alt-Oboe. Zunehmend düster klingende Marschtrommeln schlagen auf ihrem Weg zur Niederlage den Takt. Auf der Suche nach Authentizität experimentierte der Londoner Komponist mit dem Klang der Gambe (Vorläuferin der Violine), den er schließlich in eine „elektronische Wolke aus Gamben“ prozessierte, was wieder sehr modern klingt, fast schon wie Richters Beitrag zum Ambient-Gothic-Genre. Zum Ende steuert er sicher in den wunderbaren Klang-Hafen des gregorianischen Chorals. Der Score fuße auf der Geometrie und den Gesten der Renaissance-Musik, er sei eine Gratwanderung zwischen Zeitgemäßem und historisch Authentischem, so Richter gegenüber Variety. Er wollte Klänge der Zeit wachrufen ohne zum Zeit-Touristen zu werden. Im Herbst 2018 gewann Max Richter mit der Musik von „Maria Stuart“ bereits einen Hollywood Music in Media-Award. Wer weiß, womöglich braucht er im Februar wieder ein Ticket nach Hollywood, zur 92. Verleihung der Academy-Awards.

(aus „Klassik-Akzente“)

 


Details

Schauspieler: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden
Regie: Josie Rourke
Genre: Geschichtsdrama
Länge: 125 Min.
Alterszulassung: ab 14 Jahre
Land: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2019

 


Spielzeit

Sonntag,          24. Februar;             20.00 Uhr  (Saal 2)