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PAVAROTTI

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Musik ist seine Leidenschaft: Regisseur Ron Howard, sonst eher für Filme wie „A Beautiful Mind“ „Rush“ oder „The Da Vinci Code“ bekannt, hat mit „Pavarotti“ seine bereits dritte Musikdoku gedreht. Nach einem Film über Rapper Jay-Z und einer Doku über die Beatles ist es nun der große, 2007 verstorbene Tenor Luciano Pavarotti, der Howards Aufmerksamkeit bekommt.

Howard rollt dabei mit Beiträgen aus dem Familienarchiv, Interviews und Live-Mitschnitten das Leben des berühmten Opernsängers auf: Geboren in einfachen Verhältnissen – die Mutter arbeitete in der Fabrik, der Vater war Bäcker und Amateursänger – wollte Pavarotti zunächst Fußballer werden, trat dann aber eine Stelle als Lehrer an. Doch die musikalische Leidenschaft in ihm war stärker. Erste Erfolge hatte er in einem Männerchor, ab den 1960er Jahren forcierte er seine Solo-Karriere. Zu Weltruhm gelangte Pavarotti schließlich 1972 durch seinen Auftritt in der New Yorker Metropolitan Opera.

Howards Film macht klar, wie Pavarotti seine Leidenschaft auch dazu nutzte, die Oper aus der elitären Ecke zu holen, in der sie lange verhaftet war; er brachte sie einem breiten Publikum nahe, auch, weil seine unglaubliche Stimme die Massen begeisterte und die Freude am Gesang in jedem seiner Auftritte spürbar war.

Howard nutzt seine Doku, um Pavarotti ein Hochglanz-Denkmal in Filmform zu setzen. Bisher noch nie gesehene Aufnahmen aus dem Privatarchiv und hochrangige Gesprächspartner, sowohl aus seiner Familie als auch von Wegbegleitern formen ein umfassendes Bild des Künstlers aus Modena. Unter anderem kommen Bono, José Carreras, Plácido Domingo und Prinzessin Diana zu Wort, zugleich gewährt der Film auch einen Blick hinter die Kulissen des Musikgeschäfts. Dabei verharrt die Dramaturgie des Films durchaus in den gängigen Bahnen des Mainstream, wozu freilich auch jede Menge Emotion gehört: Die findet Howard bei Pavarotti selbst, indem er auch dessen menschliche Seite zeigt und auch seine Ängste und Sehnsüchte abbildet. Für die Fans von Pavarotti ist der Film wohl unbedingtes Pflichtprogramm.

(aus „EPD“)

 

Regisseur Ron Howard ist selbst ein Star und inzwischen 60 Jahre im Geschäft. Schon in den 1950ern stand er als Kinderdarsteller vor der Kamera, später wechselte er auf den Produzenten- und Regiestuhl. Nach „Made in America“ (2013) über ein Hip-Hop-Festival und „The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years“ (2016) über die Konzertreisen der Pilzköpfe setzt der zweifache Oscarpreisträger („A Beautiful Mind“, 2002) in seinem jüngsten Dokumentarfilm einem Star der Opernwelt ein Denkmal.

Wie schon in seiner Beatles-Doku konnte Howard auf bislang unveröffentlichtes Material zurückgreifen. Die Aufnahmen aus Luciano Pavarottis Privatarchiv sind ein wahrer Schatz und Howards großes Glück. Denn abseits dieser Preziosen – wenn Pavarotti mal mit seiner Entourage festlich speist, mal in China durch die Straßen radelt, mal den Amazonas entlang schippert und im Opernhaus in Manaus aus dem Stegreif eine Arie schmettert – spult der Filmemacher das übliche Standardprogramm aus chronologischem Lebensweg, Fernsehauftritten und Interviews ab.

Kritische Fragen liegen Howard fern. Ob der Geschäftspraktiken manches Managers oder ob des turbulenten Privatlebens des Tenors hätten sie sich durchaus angeboten. Stattdessen hebt der Hollywoodregisseur Pavarotti auf ein Podest, das dieser aufgrund seiner Jahrhundertstimme, aber auch durch seine Wohltätigkeitsarbeit verdient hat. Pavarottis Stimme, sein unwiderstehlicher Charme und sein Charisma sind es dann auch, die diesen Dokumentarfilm sehenswert machen. Allen dreien kann sich das Publikum kaum entziehen.

Fazit: Formal bewegt sich Regisseur Ron Howard in vertrauten Fahrwassern. Sein Porträt, das einem der größten Tenöre ein filmisches Denkmal setzt, beeindruckt vor allem durch den Charme, das Charisma und die Stimme des Porträtierten.

(Falk Straub in „Spielfilm.de“)

 


Details

Schauspieler:
Regie: Ron Howard
Genre: Dokumentation
Länge: 114 Min.
Alterszulassung: Ab 12 Jahre
Land: Großbritannien, USA
Erscheinungsjahr: 2019


Spielzeit

Samstag,       29. Februar         16.00 Uhr  (Saal 2)