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SURVIVING GUSEN

SURVIVING GUSEN

Inhalt:

Surviving Gusen würdigt drei Überlebende eines Lagerkomplexes, von dem vor allem das KZ Gusen II als die Hölle aller Höllen beschrieben wird. Im Film aber sehen wir idyllische Landschaften, mit einer zarten Schneedecke oder hohem Gras überzogen, eine schmucke Einfamilienhaussiedlung am ehemaligen Lagerareal.

Nur die Berichte der Zeitzeugen, im O-Ton oder mit den Stimmen von Maria Hofstätter und Peter Simonischek wirken wie Seziermesser, die etwas freilegen, von dem wir am liebsten unseren Blick abwenden möchten. Doch manchmal dringt auch etwas wie Hoffnung an die Oberfläche, wenn wir hören, dass oft nur kleine Hilfen genügten, um jemandem das Überleben zu ermöglichen.

 

Dieser eindringliche Film würdigt drei Überlebende des Lagerkomplexes Gusen, auf dessen Areal heute eine Einfamilienhaussiedlung steht. 71.000 Menschen wurden während des nationalsozialistischen Terrors dorthin deportiert, mehr als die Hälfte davon starb an den katastrophalen Bedingungen, durch Misshandlung und Folter oder durch die Arbeit im nahegelegenen Stollensystem – bis in die letzten Kriegstage. Die scheinbare Idylle der Landschaftsaufnahmen steht in Kontrast zu den Erinnerungen der drei Männer und den nüchtern vorgelesenen Buchpassagen, Gendarmerieprotokollen und Expert*innenberichten. (Andreas Ungerböck)

 

Nur wenig erinnert in der beschaulichen Mühlviertler Landschaft heute noch an die Existenz des ehemaligen KZ Gusen. Gerald Harringer und Johannes Pröll legen in ihrer Dokumentation „Surviving Gusen“ die verschüttete Geschichte frei. Der Film – eine Rückblende von der heutigen Vorgartenidylle ins Grauen der Geschichte – läuft als Eröffnungsstreifen in der Local-Artists-Schiene des am 1. Juni beginnenden Filmfestivals Crossing Europe. Der Kinostart ist im Juni geplant.

Obwohl das KZ Gusen ein Nebenlager von Mauthausen war, war es zeitweise sogar größer als das Stammlager. Mindestens 71.000 Menschen wurden allein in Gusen gefangen gehalten, rund die Hälfte davon ermordet. Unter enormem Blutzoll mussten Häftlinge eine unterirdische Stollenanlage errichten, in der die Nazis unter dem Decknamen „Bergkristall“ eine geheime Rüstungsproduktion betrieben. Während das Kerngelände des KZ Mauthausen 1947 der Republik Österreich übergeben und zu einer Gedenkstätte wurde, geriet Gusen zunehmend in Vergessenheit.

Heute ist nicht mehr viel von dem ehemaligen Lager zu sehen. Wo einst Baracken standen, sind nun Einfamilienhaussiedlungen, viele Strukturen folgen nach wie vor dem Lauf der einstigen Lagerstraßen. Zwar gibt es eine kleine Gedenkstätte, aber erst in jüngerer Vergangenheit wurden vermehrt Bemühungen unternommen, dem Gedenken in Gusen einen angemesseneren Stellenwert zu geben. Erst vor wenigen Tagen hat Österreich den Ankauf zentraler Teile des ehemaligen KZ fixiert.

„Surviving Gusen“ begibt sich auf Spurensuche in der Region rund um Langenstein, St. Georgen an der Gusen und Mauthausen. Gerald Harringer und Johannes Pröll versuchen wie auf einem Blatt Papier, die ausradierte Geschichte in der Landschaft wieder sichtbar zu machen. Sie haben keine klassische Doku mit Erklärtext gestaltet, sondern einen beklemmenden collageartigen Bilderreigen: Aktuelle Aufnahmen der rauen, aber recht friedlichen und idyllischen Landschaft werden überblendet mit alten Aufnahmen in schwarz-weiß. Maria Hofstätter und Peter Simonischek lesen Zeitdokumente, drei Überlebende erzählen ihre Geschichte – viele Bilder entstehen erst beim Betrachter.

(aus „Tiroler Tageszeitung“)

Die beiden Regisseure leben in Katsdorf!

Details:

Mit:  Karl Littner,  Stanislaw Leszczynski, Dusan Stefancic
Erzähler:  Maria Hofstätter, Peter Simonischeck
Regie: Gerald Harringer, Johannes Pröll
Genre: Dokumentation
Länge: 68 Min.
Alterszulassung: Ab 10 Jahre
Land: Österreich
Erscheinungsjahr: 2021


Spielzeit:

demnächst wieder bei uns zu sehen!

Die beiden Regisseure leben in Katsdorf und sind bei der Vorstellung persönlich anwesend!