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THE FATHER

Inhalt:

 

Im Frühjahr schrieb der britische Schauspieler Anthony Hopkins Oscar-Geschichte. Der 83-Jährige erhielt seinen zweiten Academy Award als bester Hauptdarsteller in „The Father“ und wurde so zum ältesten Gewinner aller Zeiten.

Hopkins spielt einen demenzkranken Mann in der Verfilmung des Theaterstücks „Der Vater“ von Florian Zeller, einem der renommiertesten Dramatiker Frankreichs. Der Film heißt „The Father“ .

„Ich hab‘ keine Ahnung, wer diese Frau ist. Ich habe sie um nichts gebeten. Ich brauche sie nicht. Ich brauche niemanden!“Filmzitat

Man glaubt es ihm aufs Wort, wenn man diesen rüstigen Mann mit dem schlohweißen Haar und den wachen Augen sieht. Er ist eine kultivierte Erscheinung in einer gepflegten Wohnung. Eine Pflegerin, wofür sollte dieser distinguierte ältere Herr, der gern Opern hört, die brauchen? Dass es sich bei „The Father“ um ein Demenz-Drama handelt, wird erst langsam klar.

Wenn man nicht wüsste, worum es geht – die ersten Sequenzen könnten auch der Auftakt zu einer verworrenen Kriminalgeschichte sein. Denn die Informationen scheinen nicht zusammenzupassen. Mal ist Anthony, so heißt die von Anthony Hopkins dargestellte Figur, vollkommen Herr der Situation, doch plötzlich sieht die Wohnung ganz anders aus als eben, und seine Tochter Anne, ebenbürtig und großartig gespielt von Olivia Colman, hat jetzt eine andere Bluse an als gerade – oder etwa nicht? Und dann ist besagte Pflegerin bereits da und Anthony erhebt schwere Vorwürfe:

„Sie hat mich bestohlen.“ – „Angela? Sicher nicht, wie kommst du darauf?“ – „Ich sage dir, sie hat mir meine Uhr gestohlen.“ – „Deine Uhr? Hast du sie nicht vielleicht eher verloren?“ – „Nein. Ich hatte sie schon in Verdacht, also habe ich ihr eine Falle gestellt. Ich habe meine Uhr offen hingelegt, um zu sehen ob sie sie einsteckt, oder…“ – „Wo? Wo hast du sie hingelegt?“ – „Keine Ahnung, das weiß ich nicht mehr…“Filmzitat

Natürlich ist Anthony eindeutig bei klarem Verstand – und wenn nicht, dann bastelt er sich eine Erklärung zurecht. Als Zuschauende erleben wir die Welt fast ausnahmslos, wie Anthony sie sieht. Zeiten, Orte und Personen, all diese Bezüge vermischen sich in seinem Kopf. Eben gab es noch Kaffee und Kuchen, jetzt ist plötzlich Abendessen mit Rotwein angesagt. Subtile Veränderungen im Szenenbild unterstreichen den Ebenenwechsel. Wenn das Bild über dem Kamin fehlt, ist klar, dass Anthony sich in einer anderen Zeit befindet. Selten sieht man seine aufopferungsvolle Tochter, wie sie ihrer zunehmenden Verzweiflung freien Lauf lässt. Oder ein Ehemann taucht plötzlich auf und liest Anthony unverblümt die Leviten.

Anthony Hopkins: Oscar zweifelsohne verdient

Filme wie „Still Alice“, in dem Juliane Moore für ihre Darstellung einer an Alzheimer erkrankten Professorin den Oscar erhielt, Till Schweigers „Honig im Kopf“ oder – zurzeit ebenfalls im Kino – Viggo Mortensens Regiedebüt „Falling“ beschäftigen sich mit dem Thema Demenz und leben immer entscheidend von der Stärke ihrer Darstellerinnen und Darsteller.

Im Film ist Hopkins als Anthony nuancenreich, mal böse-bissig, mal unerträglich starrköpfig, kann aber auch als jugendlicher Charmebolzen daherkommen und hat den Oscar zweifelsohne verdient. Der Franzose Florian Zeller gehört zu den renommiertesten Dramatikern der Gegenwart – für das Drehbuch zu seinem Theaterstück erhielt auch er, zusammen mit seinem Co-Autor Christopher Hampten, den Oscar. Sein Regiedebüt ist ein exzellentes Mosaik, eine herzzerreißende Darstellung dessen, was passiert, wenn man seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann.

(aus „ndr“)


Details:

Schauspieler: Anthony Hopkins, Olivia Colman, Imogen Poots, Evie Wray, Rufus Sewell, Olivia Williams, Mark Gatiss
Regie: Florian Zeller
Genre: Drama
Länge: 98 Min.
Alterszulassung: Ab 6 Jahre
Land: Großbritannien 2021


Spielzeit:

Freitag,              17. Sepember           20.15  Uhr  (Saal 2)
Samstag,           18. September          21.45  Uhr  (Saal 2)
Sonntag,            19. September         20.00 Uhr  (Saal 2)
Montag,            20. September          18.00 Uhr  (Saal 2)
Dienstag,          21. September           20.15 Uhr  (Saal 1)