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Kino Katsdorf

MEIN FREUND BARRY

Ende des 18. Jahrhunderts: In der rauen und malerischen Schweizer Bergwelt strandet der 12-jährige Georg (Paco von Wyss) bei den Mönchen auf dem Großen Sankt-Bernhard-Pass. Sein neues Leben ist geprägt von Kälte, Einsamkeit und harter Arbeit. Doch alles ändert sich, als er einen Hundewelpen vor dem Hungertod rettet und heimlich großzieht. Als die Gefahr droht, seinen geliebten Barry zu verlieren, steht Georg vor der Herausforderung, zu zeigen, dass sein Mitgefühl und seine Entschlossenheit stärker sind als jede Regel.

INHALT:

Mit der SRF-Koproduktion «Mein Freund Barry» wird die legendäre Geschichte des berühmtesten Rettungshundes der Alpen neu zum Leben erweckt. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt von Freundschaft, Mut und Zusammenhalt.

Inmitten der malerischen Schweizer Berge Ende des 18. Jahrhunderts strandet der zwölfjährige Georg (Paco von Wyss) bei den Mönchen auf dem Grossen Sankt Bernhard-Pass. Alles ist neu für ihn: die Kälte, die Stille und das ungewohnte Klosterleben. Doch schon bald entdeckt Georg, dass dieser besondere Ort voller kleiner Wunder steckt. Als er einen hilflosen Welpen findet, entsteht zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Heimlich zieht Georg seinen Barry gross und erlebt mit ihm unvergessliche Momente. Doch als Georg seinen treuen Gefährten zu verlieren droht, nimmt er all seinen Mut zusammen und macht sich auf den Weg in ein riesiges Abenteuer.

Mit Max Hubacher («Der Verdingbub», «Sisi»), Carlos Leal («Casino Royale», «Snow White») und Ulrich Tukur («Der Koch», «Tatort») bringt «Mein Freund Barry» drei renommierte Schauspielgrössen auf die Leinwand. Für frischen Charme sorgt das Kinder-Newcomer-Duo Paco von Wyss und Alma Büchenbacher. Regie führte Markus Welter («Der Bestatter», «Tatort – Kleine Prinzen»).

Gedreht wurde unter anderem inmitten der Schweizer Alpen auf über 2000 Metern Höhe. Nach den aufwendigen Dreharbeiten im Wallis verlagerte die Produktion ihre Arbeiten weiter ins Tessin. Der Film wird von Marcel Wolfisberg und seiner Luzerner Produktionsfirma Atlantis Pictures («Cargo», «Eden für Jeden») in Zusammenarbeit mit MMC Zodiac («Papa Moll», «Gotthard») realisiert.

 

Es sind oft die stillen Filme, die länger nachwirken. Mein Freund Barry, ein Schweizer Film von Markus Welter, gehört dazu. Er erzählt die Geschichte einer Beziehung zwischen dem Berhardiner Barry und dem Waisenkind Georg aus der Zeit um 1800, während der Napoleonischen Kriege – und findet darin eine überraschende Aktualität.

Der etwa zwölfjährige Georg (eindringlich gespielt von Paco von Wyss) ist mit seinem älteren Bruder auf der Flucht. Auf dem Weg über den Großen St. Bernhardpass bleibt er erschöpft zurück und wird im Hospiz eines Klosters aufgenommen. Der Bruder zieht weiter – Georg bleibt. Es ist der Beginn einer Entwicklung, die weniger durch äußere Ereignisse als durch Beziehungen geprägt ist.

Das im Film gezeigte Hospiz ist keine exakte historische Abbildung, doch man kann sich gut vorstellen, dass es damals so ausgesehen hat. Die Lebensbedingungen wirken real: karg, streng, vom Rhythmus der Natur bestimmt. Gedreht wurde unter anderem am Simplonpass und im Tessin – Landschaften, die nicht nur Kulisse sind, sondern eine eigene erzählerische Kraft entfalten. Die Alpen erscheinen hier in ihrer ganzen Ambivalenz: als Bedrohung und als Schönheit zugleich.

Im Wirtschaftsbetrieb des Klosters entdeckt Georg eine Bernhardinerhündin mit ihrem Wurf. Einer der Welpen ist schwach, bereits aufgegeben. Georg nimmt ihn heimlich an sich – und rettet ihn. Barry würde ohne ihn sterben. Diese erste Bewegung – Leben entsteht durch Zuwendung – trägt den gesamten Film.

Doch sie bleibt nicht einseitig. Georg selbst wird aufgepäppelt: durch Resi (Alma Büchenbacher), die ihm nicht nur körperlich hilft, sondern ihn innerlich öffnet. Sie bringt ihm das Lesen bei. Der Retter wird selbst gerettet – leise, fast unmerklich.

Die eigentliche Spannung entsteht im Kloster. Georg wird von den älteren Novizen schikaniert, besonders von Celestin (Mael Gallati), dem Sohn eines wohlhabenden Gönners. Seine Arroganz ist jedoch weniger Überheblichkeit als verletzte Unsicherheit. In einem bemerkenswert ehrlichen Moment sagt er zu Georg: „Seit du da bist, leuchten alle hier.“ Es ist ein Satz, der Bewunderung und Verlust zugleich ausdrückt – und in dem unausgesprochen mitschwingt: Und mich sieht niemand mehr.

Der Film vertraut darauf, dass sich Menschen verändern können. Nicht durch Strenge, sondern durch Beziehung. Als Georg und Celestin in den Bergen von einer Lawine überrascht werden, ist es Georgs Mut, der beide rettet. Aus dem Gegner wird ein Verbündeter. Aus Neid wird Anerkennung.

Eine der stärksten Szenen spielt sich jedoch nicht im Schnee, sondern im Inneren des Klosters ab. Georg widerspricht dem Prior Anselm (Ulrich Tukur). Nicht trotzig, sondern aus Überzeugung:

„Die Natur hat nicht immer recht. Manchmal dürfen wir dem Schwachen aus Liebe auch beistehen.“

Der Prior gibt ihm recht. Es ist ein stiller, fast unspektakulärer Moment – und doch der geistige Mittelpunkt des Films. Hier wird deutlich: Ordnung ist nicht das Gegenteil von Liebe. Sie wird durch sie erst erfüllt.

Nicht alles hält dieses Niveau. Einzelne Szenen – etwa eine überzeichnete Passage im Eis – wirken zu spektakulär und brechen die ansonsten ruhige Erzählweise. Man kann sie als symbolische Verdichtung lesen, als Andeutung eines Heilungsprozesses. Doch sie bleiben stilistisch fremd.

Und dennoch: Mein Freund Barry ist ein Film, der sich nicht anbiedert. Er vertraut auf Langsamkeit, auf Präsenz, auf Gesichter. Die beiden jungen Hauptdarsteller tragen ihn mit einer bemerkenswerten Klarheit: unaufdringlich, wach, stellenweise von einer fast schwer erklärbaren inneren Helligkeit.

Am Ende bleibt keine große Botschaft, sondern eine leise Gewissheit:

Dass Rettung nicht aus Stärke entsteht.
Sondern aus Beziehung.  (Harald R. Preyer)

 

DETAILS:

Schauspieler: Paco von Wyss, Alma Büchenbacher, Ulrich Tukur
Regie: Markus Welter
Genre: Drama
Dauer: 97 Min
Zulassung:  ab 6 Jahre
Land: Schweiz
Erscheinungsdatum: 2026

 

SPIELZEIT:

Samstag,         11. April          16.15 Uhr  (Saal 2)
Sonntag          12. April          16.15 Uhr  (Saal 2)
Mittwoch,      15. April          18.00 Uhr  (Saal 1)