Hannes (Sebastian Bezzel) hat scheinbar alles: eine liebevolle Familie, ein gemütliches Zuhause im Grünen und eine solide Karriere als Schriftsteller. Die großen Bestsellerjahre sind vorbei, doch Hannes lebt zufrieden in seiner Rolle als Ehemann und Vater. Irgendwann jedoch beginnen seine übermotivierte Fürsorge und gut gemeinten Ratschläge, bei seiner Frau Sara (Anna Schudt) und den Kindern Carla (Kya-Celina Barucki) und Nick (Philip Müller) zunehmend auf Unmut zu stoßen. Als der Verlag seine Romanreihe einstellt, Nick Probleme mit dem Abitur bekommt und Carla von Zuhause ausziehen will, gerät Hannes’ Wohlfühlwelt endgültig ins Wanken. Als Sara eine Auszeit von der Ehe verlangt und mit Carla eine WG gründet, steht er vor der größten Herausforderung seines Lebens. Erst die Begegnung mit Vanessa (Judith Bohle) bringt ihn dazu, seine Komfortzone zu verlassen und sich den Veränderungen zu stellen.
In seinem Buch „Die Ältern“ hat sich Jan Weiler damit beschäftigt, was passiert, wenn die Kinder groß sind und die Erziehungsberechtigten sich selbst überlassen. Nun startet die Verfilmung von Sönke Wortmann in den Kinos.
Sebastian Bezzel spielt einen Familienvater, dessen einziger Lebensinhalt – neben der Schriftstellerei – seine Kinder sind. Doch Carla und Nick haben das Pausenbrot-Alter inzwischen hinter sich gelassen und kommen auch sonst gut ohne ihn zurecht. Tochter Carla will mit 21 eigener Wege gehen; Papa Hannes hat damit ein Problem.
Jan Weiler hat nicht nur die Buchvorlage, sondern auch das Drehbuch zu „Die Ältern“ geschrieben und gesteht, dass viel eigene Wehmut darin steckt: „Weil das jetzt doch vorbei ist. Die Kinder liefern nicht mehr. In dem Film steckt schon eine ganze Menge von dem Sentiment oder der kleinen Trauer drin, die man empfindet, wenn die Kinder groß werden.“
Sein Hannes mag ganz grundsätzlich keine Veränderung, und das fliegt ihm mit Anfang 50 um die Ohren.
Und Ehefrau Sara, gespielt von Anna Schudt, wirkt verdächtig gelangweilt von der Beziehungs-Routine:
„Man muss Sachen auch mal anders machen.“
„Veränderung ist bloß die Angst vor Beständigkeit!“ Filmszene
Den Satz würde Hauptdarsteller Sebastian Bezzel so nicht unterschreiben: „Veränderung ist ganz wichtig, weil die Erde sich ja dreht und wir uns auf ihr mit. Rituale, Traditionen und Sachen, die man gleich macht, finde ich total gut und richtig. Man muss innerhalb dessen aber trotzdem auch beweglich sein.“ In der Rolle aber hält er verzweifelt an allem fest, was ihm längst zu entgleiten droht.
Manche Pointe geht hier auf Kosten des geistig unbeweglichen „Boomers“, wobei gelegentlich beherzt in die Klischeekiste gegriffen wird. Aber wer selbst mit heranwachsenden Kindern zu tun hat oder hatte, findet garantiert auch viel zum Schmunzeln. Wie das Müsli-Schalen-Grab unterm Kinderzimmerbett, samt versteinerter Reste. Das kommt auch Sebastian Bezzel bekannt vor, dessen eigene Kinder noch im „Pubertier“-Alter stecken: „Das Thema Wäsche, Teller und Gläser zurückbringen ist gerade ein großes bei uns.“
Als Vater mit Abnabelungsproblem ist er in „Die Ältern“ wunderbar besetzt und kann zeigen, dass er auch jenseits seiner Paraderolle Kommissar Eberhofer lustig sein kann. Und Jan Weiler lässt im Drehbuch trotz allem Platz für Nähe zwischen Gen Z und Generation Golf: „Es gibt in diesem Film diesen sehr warmen Moment, wo der Sohn den Vater mal tröstet. Das ist wahrscheinlich das erste Mal im Leben, wo sich die Funktion umkehrt.“
„Die Ältern“ ist eine unterhaltsame Familienkomödie für alle, die ein Herz für verlassene Väter haben.
Schauspieler: Sebastian Bezzel, Anna Schudt, Kya-Celina Barucki, Philip Müller
Regie: Sönke Wortmann
Genre: Komödie
Dauer: 106 Min
Zulassung: ab 6 Jahre
Land: Deutschland
Erscheinungsdatum: 2026
Freitag, 10. April 18.15 Uhr (Saal 2)
Sonntag, 12. April 18.15 Uhr (Saal 2)