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Kino Katsdorf

H wie Habicht

Als Helen (Claire Foy) ihren Vater Alistair (Brendan Gleeson) unerwartet verliert, bricht für sie eine Welt zusammen. Um seinen Tod zu verarbeiten, nimmt Helen den Habicht Mabel bei sich auf – die Falknerei war schon in ihrer Kindheit eine Leidenschaft, die ihr Vater stets unterstützte. Die anspruchsvolle Ausbildung des temperamentvollen Greifvogels stellt Helen vor große Herausforderungen. Doch daraus entsteht ein besonderes Band, das ihr nicht nur über die Trauer hinweghilft, sondern sie auch die Schönheit des Lebens neu entdecken lässt.

INHALT:

Zwischen Naturbildern, stillen Momenten und eindringlichen Vater-Tochter-Rückblicken entfaltet sich im Film „H wie Habicht“ ein ruhiges, atmosphärisches Drama über Trauer, Heilung und Selbstfindung.

Wer schon mal eine Greifvogelschau gesehen hat, war ganz sicher beeindruckt von der Flug-Präzision und -Geschwindigkeit der Tiere. Und sicher auch vom Falkner oder der Falknerin, die sich trauen, ihre Ärmel zur Landung hinzuhalten. Denn die scharfen Schnäbel sind auch ein wenig furchteinflößend. Nicht für Helen Macdonald, die über ihr Leben mit einem Raubvogel den autobiografischen Bestseller „H wie Habicht“ schrieb.

Ein Habicht als Haustier? Wer wirklich nur Spaß an einem Vögelchen haben will, legt sich besser einen Wellensittich zu. Für das Zusammenleben mit einem Raubvogel braucht es schon dringlichere Gründe. In Helens Fall ist es Trauer. Der plötzliche Tod ihres geliebten Vaters hat die junge Cambridge-Dozentin, gespielt von Claire Foy, völlig aus der Bahn geworfen. Der Papa war Fotograf und hat mit Helen seit Kindertagen ausgedehnte Streifzüge durch die Natur unternommen. Jetzt kreisen ihre Gedanken nur noch um ihn und im Kopf hört sie nur noch seine Stimme.

Die Erinnerung an ein Habicht-Paar, das sie einst gemeinsam beobachtet haben, bringt Helen auf eine Idee. Vielleicht würde sie sich dem verstorbenen Vater näher fühlen, wenn sie sich selbst so ein Tier zulegte.Ein Züchter verkauft ihr Mabel, eine imposante Habicht-Dame, deren stechend gelbe Augen sie gleich durchbohren.

Der Prachtvogel entwickelt sofort eine ungeheure Leinwandpräsenz, wenn die Kamera bewundernd sein braun-beige gemustertes Federkleid in den Fokus stellt. Faszinierend ist auch die Interaktion zwischen Frau und Vogel, die sich nun die Wohnung teilen. Beide müssen sich erst langsam aneinander gewöhnen. Der Habicht muss Helen aus der Hand fressen, bevor sie weitere Schritte mit ihm unternehmen kann.

Hier geht es schließlich nicht um einen Singvogel, sondern um ein Raubtier mit Killerinstinkt.

Tatsächlich muss, wer wie Helen einen Habicht hält, mit diesem auf Fasanen- und Hasen-Jagd gehen. Und passend zur Tradition des klassisch britischen Tierfilms wird dabei auf Gefühle des Publikums keine falsche Rücksicht genommen. Wo in deutschen Dokus oft rechtzeitig ein Schnitt gesetzt wird, halten britische Kameras voll auf das Erlegen der Beute. Es gilt als zumutbar, die Natur so zeigen, wie sie nun mal ist. Der Film-Protagonistin hilft das Verhalten des Vogels dabei, den Tod besser akzeptieren zu können.

„Mabel schenkt mir eine tiefe Verbindung mit dem Leben. Jetzt erkenne ich, mit wie viel Leidenschaft mein Vater am Leben teilgenommen hat“, sagt Protagonistin Helen. Trotzdem verläuft die Trauerbewältigung anders als beim handelsüblichen Film-Plot. Statt sich Schritt für Schritt wieder dem Leben zu öffnen, verrennt Helen sich nun in die Beziehung zu ihrem Tier. Sie vergisst Seminare, vernachlässigt ihre Studenten, hört auf, in ihrer Wohnung Ordnung zu halten, nur, um bei Mabel zu sein.

Dass hier nicht alles geschmeidig auf ein Happy End zuläuft, hat Hauptdarstellerin Claire Foy besonders gefallen. „Der Film ist wirklich wahrhaftig. Er versucht nicht, aus dieser menschlichen Erfahrung noch mehr zu machen, als sie hergibt. Wir wollten uns einfach so nah wie möglich an Helen Macdonalds Buch halten.“

(aus „NDR“)

 

DETAILS:

Schauspieler:  Brendan Gleeson, Claire Foy, Denise Gough, Lindsay Duncan, Miranda Bell
Regie: Philippa Lowthorpe
Genre: Drama
Dauer: 120 Min
Zulassung: ab 14 Jahre
Land: Großbritannien
Erscheinungsdatum: 2026

 

SPIELZEIT:

Freitag,        14. August               20.15 Uhr  (Saal 2)
Samstag,     15. August               20.15 Uhr  (Saal 2)
Mittwoch,   19. August               18.15 Uhr  (Saal 2)