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Kino Katsdorf

DAS FLÜSTERN DER WÄLDER

Dieser Film ist eine Ode an Flora und Fauna der Vogesen, ein Brückenschlag zwischen Vater, Sohn und Enkel, zwischen Mensch und Natur, zwischen Fotografie und Film, zwischen Tag und Nacht, zwischen Persönlichem und Universellem.

INHALT:

Es dauert eine Weile, bis mehr zu sehen ist als Nebel vor Schwärze und sich langsam die Wipfel einer Reihe von hohen Tannen abzeichnen – aber dann haftet diesem beeindruckend gefilmten Panorama sowohl etwas Mächtiges wie Sanftes an. Nachdem sich der französische Wildtierfotograf Vincent Munier vor einigen Jahren für den preisgekrönten Dokumentarfilm „Der Schneeleopard“ ins tibetische Hochland begab, kehrt er für „Das Flüstern der Wälder“ heim in die Vogesen, das französische Mittelgebirge, das eine der größten europäischen Waldflächen beherbergt. Hier tummeln sich Füchse, Wildschweine, Hirsche, Dachse und diverse Vogelarten – unter letzteren ein ganz besonderes Exemplar, das Naturfotografen in diesem Gefilde kaum noch vor die Linse kriegen.

Wie bei Der Schneeleopard ist Vincent Munier erneut nicht allein auf seinen langwierigen Streifzügen durch die Natur: Seine Kamera begleitet seinen Vater, den Naturforscher Michel Munier, und seinen Teenager-Sohn Simon bei der Erkundung dieser Wälder. Das Flüstern der Wälder stellt damit nicht nur eine Heimkehr, sondern auch die Naturerkundung als familiäres Generationenprojekt dar. Michel, ein rüstiger älterer Mann, der über Dekaden scheinbar nichts an Faszination für diese Wälder eingebüßt hat, führt mit geschärfter, leiser Aufmerksamkeit durch diesen Naturraum und vermittelt abends im Kerzenschein einer kleinen Hütte seinem Enkel Simon Wissenswertes über das Wesen dieser Wälder.

Immer wieder kommen Michel und Vincent an diesen Abenden auf denkwürdige, gar „lebensverändernde“ Tiersichtungen zu sprechen, die sich dann in entsprechenden, fein arrangierten Aufnahmen langsam entfalten. Dabei spielt Vincent Munier wie schon zu Beginn mit der langsamen Enthüllung: Eine aus der Unschärfe sich abzeichnende Silhouette wird etwa nach und nach als Fuchs erkennbar, oder es wird von der extremen Nahaufnahme zurückgewichen, um einen Hirsch in seiner gesamten Pracht zu erfassen. Muniers Kamera macht die langwierige Lauer durch solch bedächtige Bloßlegung erfahrbar und flößt seinen Aufnahmen zugleich eine meditative Ruhe ein, die sich über diese beeindruckenden Bilder von scheuen Tieren bei der Balz, Brutaufzucht und Revierkämpfen legt. Untermalt wird das Ganze punktuell vom entsprechend sphärisch-melancholischen Score, den Nick Cave und Warren Ellis komponiert haben. Dennoch legt Das Flüstern der Wälder darauf Wert, mit sehr feingestimmtem Sounddesign die imposante Geräuschkulisse des Waldes zu vermitteln.

Seinem dramatischen Höhepunkt nähert sich Das Flüstern der Wälder, wann immer es um den Auerhahn geht. Seit mehr als 10.000 Jahren sei dieser fasanenartige Vogel mit der markanten roten Hautstelle über dem Auge in den Vogesen beheimatet, erklärt Michel. Doch der Bestand ist in den vergangenen Jahrzehnten derart gesunken, dass sich Michel, Simon und Vincent schließlich auf den Weg nach Norwegen machen, um Auerhühner filmen zu können. An dieser Stelle wirkt Das Flüstern der Wälder mitunter etwas überinszeniert, etwa beim rein „zufälligen“ Fund einer Auerhahnfeder auf dem gezielten Streifzug durch norwegische Wälder. Dennoch gelingt es diesem Film, bei all der Pracht seiner sehenswerten Aufnahmen auf die Bedrohung dieser schützenswerten Lebensräume aufmerksam zu machen. Das Flüstern der Wälder wird damit zu einer sehr wirkungsvollen Reflexion über die Natur in ihrer Artenvielfalt sowie den Schmerz über ihre Vergänglichkeit.

(aus „KINO-ZEIT“)

DETAILS:

Schauspieler:
Regie: Vincent Munier
Genre: Dokumentation
Dauer: 96 Min
Zulassung:  ab 6 Jahre
Land: Frankreich
Erscheinungsdatum: 2026

 

SPIELZEIT:

Freitag,           13. März                18.15  Uhr (Saal 2)
Sonntag,         15. März                16.15 Uhr  (Saal 2)