INHALT: Einmal die Welt aus den Augen eines Tieres sehen! Wie erleben Marienkäfer, Katzen oder eben Biber das Leben und, noch spannender, unseren Beitrag als Menschen in dieser Welt? Daniel Chong hat aus dieser Grundüberlegung einen dichten, klugen und unterhaltsamen Animationsfilm gemacht, der nicht nur optisch und technisch ein Fest ist, sondern mit seiner Geschichte auf […]
Einmal die Welt aus den Augen eines Tieres sehen! Wie erleben Marienkäfer, Katzen oder eben Biber das Leben und, noch spannender, unseren Beitrag als Menschen in dieser Welt? Daniel Chong hat aus dieser Grundüberlegung einen dichten, klugen und unterhaltsamen Animationsfilm gemacht, der nicht nur optisch und technisch ein Fest ist, sondern mit seiner Geschichte auf mehreren Ebenen berührt.
Im Zentrum der Geschichte steht die junge Mabel (im Original gesprochen von Piper Curda), die Tiere über alles liebt und schon im Kindergartenalter einen starken Gerechtigkeitssinn für alle Wesen der Erde und den Drang entwickelt, die Schildkröte im Terrarium und den Goldfisch im Glas aus den Fängen der Menschen zu befreien. Das Mädchen verbringt viel Zeit bei ihrer Großmutter, die am Rand der Stadt und inmitten der Natur in der Nähe einer wundervollen Waldlichtung mit einem Teich lebt. Sie ist es, die Mabel die Schönheit der Welt vermittelt, die es zu schützen gilt.
Jahre später ist Mabel eine junge Studentin, die Großmutter ist bereits gestorben, und Lichtung und Teich sollen einer Autobahn weichen. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange, und der Bürgermeister von Beaverton (auf Deutsch etwa Biberstadt) ist begeistert von einem Autobahnring als Projekt seines Lebens. Als Umweltaktivistin versucht Mabel mit allen Mitteln, den geliebten Naturraum vor den Baumaschinen zu retten, hat gegenüber dem Bautrupp aber keine Chance, bis sie erfährt, dass sich lediglich die unter Naturschutz stehenden Biber im Gebiet wieder ansiedeln müssten, um Denaturierung und Bebauung zu verhindern. Bei ihren Versuchen, die Tiere anzulocken, macht Mabel eine verblüffende Entdeckung.
Denn es wackelt tatsächlich ein Biber an ihr vorbei, dem sie überrascht folgt und der sie an ihre Universität führt – in die Laborräume ihrer Professorin, Dr. Sam (Kathy Najimy). Diese hat zusammen mit ihrem Team entdeckt, wie man menschliches Bewusstsein in Tier-Roboter hineinhüpfen lassen kann. Durch diese Technik könnten die Menschen, die in die sogenannten „Hoppers“ schlüpfen, mit realen Tieren kommunizieren, sie verstehen, die Welt aus ihren Augen sehen. Eine Revolution! Mabel ist angesichts des Bibers, der also kein echtes Tier, sondern eine Maschine ist, sprachlos. Doch eigentlich ist ihr die Neuartigkeit der Technologie erst einmal egal, sie hat einen anderen Plan: die Waldlichtung retten. Und setzt kurzerhand den Biberroboter und sich selbst in Hopping-Maschine, hüpft in die maschinengesteuerte Figur und flüchtet – nun als Nagetier – zurück an den Teich.
Allein diese Grundkonstellation ist so großartig, dass man sich gerne erst einmal darüber freuen und über all die narrativen Möglichkeiten, die sie bietet, nachdenken würde. Aber Hoppers‘ Tempo ist rasant, die Geschichte entfaltet sofort eine neue Dimension, dass man kaum zum Luftholen kommt. Nun nämlich entdeckt Mabel tatsächlich die Welt und die Weltsicht der Tiere und erhält eine ganz andere Vorstellung von dem, was sie da eigentlich retten sollte. Es geht nicht nur um die Lichtung, nein, es geht um ganze Populationen von Tieren zu Land, Wasser und Luft. Mabel erfährt davon, dass sich die Tiere in ihrer Gesamtheit aus dem Gebiet um den Autobahnring zurückgezogen und eine eigene Community fernab der Zivilisation gebildet haben, die jedoch bald wegen Überfüllung geschlossen werden sollte. Das Mädchen im Biberkostüm schleust sich in den Rat der Tiere ein, in der die Könige der jeweiligen Klassen über die Regeln und die Entwicklung Tierreichs entscheiden, und ist nicht unschuldig an deren neuer Agenda: die Menschen oder zumindest Bürgermeister Jerry zu „zerquetschen“.
Die Handlung dreht wilde Runden, bleibt dabei aber geschickt der Motivation und den Zielen seiner Figuren verhaftet. Die Heldenreise seiner Hauptfigur passiert nicht die in vielen Animationsfilmen ablenkenden Nebenstationen und Umwege um ihrer selbst willen, sondern jede Station, jede Nebenfigur hat ihren Platz in der einen großen Geschichte – auch wenn sich diese bisweilen wie im Fall von Hai-Di (gesprochen von Heidi Klum) bis kurz über die Schmerzgrenze hinweg austoben, der Film aber sofort wieder zu seiner Handlung zurückfindet. Gerade Hai-Di, aber auch die Vögel vor Jerrys Haus fungieren dabei als großartige Filmzitate und verweisen auf die Filme der Geschichte, in denen die Tierwelt den Menschen in seiner Existenz bedroht. Auch die Menschen in Hoppers sind nahe dran, das Tierreich derart zu verärgern, dass es Rache nimmt.
Sechs Jahre habe er am Filmprojekt gearbeitet, erzählt Regisseur Daniel Chong (We Bare Bears), für seinen Originalstoff hat er auch viel in der echten Natur recherchiert, um ein Gefühl für die Tierwelten, die er beschreibt, entfaltet und animiert, zu bekommen. Dadurch und nicht nur durch seine Hauptfigur ist Hoppers ein Film über Natur-, Umwelt- und Tierschutz, der sich nicht (nur) in philosophischen Betrachtungen oder gar pädagogischen Ratschlägen übt, sondern seine Figur in ihrer ganzen Emotionalität agieren lässt. Für Mabel ist die Natur eine Erfahrung, ein wichtiger Teil ihres Lebens, eben das Gefühl, „Teil von etwas Großem“ zu sein. Dieses gilt es zu schützen, mit allen Mitteln und mit all ihrer Kraft. Immer wieder stimmt der Animationsfilm nachdenklich und lässt sich an mancher Stelle auch als Kommentar auf so machen politische Situation lesen. Bestes Familienentertainment also.
(aus „KINO-ZEIT“)
Mit „Hoppers“ bieten die Pixar Animation Studios einen witzigen Streifen, der wie schon viele kindertaugliche Filme zuvor den Umweltschutz thematisiert, aber nicht aufdringlich, sondern auf sehr unterhaltsame, angenehme Art und Weise. Schon wie die jüngere Mabel in der Eröffnungsszene zum x-ten Mal versucht, alle Klassenraum-Haustiere aus der Schule zu entführen, um sie wieder in die Freiheit zu entlassen, sorgt für Laune, und so rasant und witzig geht es auch größtenteils im Film zu, bei dem Mabel dann auch noch einiges über fiese Machenschaften des Bürgermeisters heraus findet.
Der Streifen ist wieder für die ganze Familie reizvoll, haben Erwachsene doch genauso viel Spaß wie Kinder und Jugendliche, weil die Handlung nie langweilig wird und man mit vielen guten Ideen und lustigen Dialogen verwöhnt wird. Die so unterschiedlichen Charaktere verschiedener Tiere spielen hierbei auch eine Rolle, und die erneut tolle Animation, bei der als kleiner Clou die Tiere in menschlicher Betrachtung mit kleinen Augen typische Tierlaute machen, während sie aus Sicht von Mabel mit weit größeren Augen wie die Menschen kommunizieren. Das alles bereitet Freude, und so kann man nur hoffen, dass „Hoppers“ viel gesehen wird, damit die Verantwortlichen auch weiterhin nicht die Lust verlieren, auch ganz neue Geschichten zu erzählen.
Schauspieler:
Regie: Daniel Chong
Genre: neuer Disney-Animationsspaß
Dauer: 105 Min
Zulassung: ab 6 Jahre
Land: USA
Erscheinungsdatum: 2026
Freitag, 27. März 16.00 Uhr (Saal 1)
Samstag, 28. März 13.30 Uhr (Saal 1)
Sonntag, 29. März 15.30 Uhr (Saal 1)
Montag, 30. März 16.00 Uhr (Saal 1)
Dienstag, 31. März 16.00 Uhr (Saal 1)