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Kino Katsdorf

WUTHERING HEIGHTS – STURMHÖHE

Emerald Fennells „Wuthering Heights“ ist eine mutige und originelle Interpretation einer der größten Liebesgeschichten aller Zeiten. Margot Robbie als Cathy und Jacob Elordi als Heathcliff stehen dabei im Mittelpunkt einer epischen Geschichte von verbotener Liebe, die sich von romantischer Sehnsucht zu einem berauschenden Strudel aus Lust, Leidenschaft und Wahnsinn steigert.

INHALT:

Kaum eine Liebesgeschichte der Literatur ist so roh, so widersprüchlich und so körperlich wie Emily Brontës „Wuthering Heights“. Emmerald Fennels Verfilmung mit Margot Robbie und Jacob Elordi macht aus dem Klassiker einen fiebrigen Rausch.

Nein, „Wuthering Heights – Sturmhöhe“, so viel kann man vorwegnehmen, ist keine werkgetreue Umsetzung des Klassikers von Emily Brontë. Regisseurin Emerald Fennell, die durch Filme wie „Promising Young Woman“ und „Saltburn“ schon in der Vergangenheit bewiesen hat, dass sie sich mit ihren Filmen oft gekonnt zwischen Ironie und Abgrund bewegt, sucht hier nach emotionaler Unmittelbarkeit und findet sie.

„Wuthering Heights – Sturmhöhe“ erzählt von der verbotenen Liebe zwischen Catherine, gespielt von Margot Robbie, einer wohlhabenden Patrizierin aus dem 19. Jahrhundert, die mit ihrem trinkwütigen Vater auf dem gleichnamigen Anwesen in der Moorlandschaft Yorkshires lebt, und dem gutaussehenden, aber aus der Gesellschaft schon als Kind ausgestoßenen Heathcliffe. Es ist eine Liebesgeschichte zwischen Leidenschaft und Selbstzerstörung.

Fennell inszeniert den Film als historisches Kostümdrama – in einem Fiebertraum. Jedes Detail in der Ausstattung sitzt, die Farben scheinen die Leinwand in Momenten fast zu sprengen, nur damit Sekunden später eine Düsternis übernimmt.

Fennell wollte nicht einfach nur eine weitere Adaption des berühmten Stoffes für die Leinwand – sie wollte provozieren: „Ich wollte etwas schaffen, das die Menschen miteinander verbindet. Auf eine sehr physische Weise. Durch Covid, nein eigentlich schon vorher, waren wir alle ziemlich isoliert. Jeder Mensch ist seine eigene Insel. Ich glaube fest an den Gedanken der Gemeinschaft. Kino und Theater als Kollektiverfahrung. Deshalb wollte ich etwas schaffen, zu dem die Menschen gemeinsam gehen, das eine emotionale Wirkung hat. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen, das ist das, was ich schaffen wollte. Emily Brontë macht etwas mit den Menschen, ihr Roman macht etwas mit den Menschen. Auch heute noch. Nicht nur psychisch, auch physisch.“

Eine Reaktion, die eintritt. Emerald Fennells „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ ist ein wilder Ritt, ein sehr wilder Ritt, emotional, bunt, übertrieben, mal kitschig, mal gotisch düster, bei dem alles eine Portion zu groß erscheint – und Wirkung zeigt.

Margot Robbie und Jacob Elordi brillieren in ihren Rollen als Catherine und Heathcliffe. Er mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und aggressiven Ausbrüchen, sie mit einer impulsiven, fast schon unberechenbaren Auslegung der Figur. „Ich habe in Catherine immer eine wilde Person gesehen“, gesteht Fennell. „Klar, sie ist viel alleine in den Mooren unterwegs, sie tut Dinge, die für damalige Verhältnisse jenseits der weiblichen Konvention lagen. Aber für mich liegt ihre Faszination in der emotionalen Wildheit. Sie ist ungebunden, sie ist launisch, verwöhnt, eitel. Sie ist ein sadistischer Spaßvogel. In der Romanvorlage erzählt Nelly immer wieder davon, wie sie es genießt, Menschen zu verletzen, mit Überlegenheit und Macht an sich zu binden. Ohne eine Schauspielerin wie Margot Robbie hätte es nicht funktioniert. Sie ist eine unglaublich sympathische und talentierte Schauspielerin, die den Mut hat zur unsympathischsten Version ihrer selbst zu werden.

Mit einem modernen Ansatz, auch durch die Musik von Popstar Charli XCX, wird „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ zu einem berauschenden Filmerlebnis. Emerald Fennell ist das fast Unmögliche gelungen: Sie hat einen Klassiker genommen, ihn einmal durch den filmischen Fleischwolf gedreht und dabei selber einen Klassiker erschaffen.

(aus „NDR“)

 

DETAILS:

Schauspieler:  Margot Robbie, Jacob Elordi, Hong Chau
Regie: Emerald Fennell
Genre: Drama, Romanze
Dauer: 136 Min
Zulassung:  ab 12 Jahre
Land: USA, Vereinigtes Königreich
Erscheinungsdatum: 2026

 

SPIELZEIT:

Freitag,          1. Mai          20.00 Uhr  (Saal 2)