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Kino Katsdorf

DIE CAMINO-THERAPIE – FINDE DEINEN WEG

Die Camino-Therapie entführt in ein berührendes Drama über eine ungewöhnliche Reise auf dem Jakobsweg. Im Mittelpunkt steht die Lehrerin Fred, deren geordnetes Leben ins Wanken gerät, ebenso wie der junge Adam, der mit seiner schwierigen Vergangenheit aus Heimunterbringungen und Jugendhaft kämpft. Im Rahmen eines Resozialisierungsprojekts begeben sie sich gemeinsam auf die lange Pilgerstrecke nach Santiago de Compostela. Der Film zeigt, wie die beiden trotz häufigem Streit, Stillen und unerwarteten Wendungen lernen, sich ihren persönlichen Herausforderungen zu stellen. Dabei entdecken sie neue Kraft in sich selbst und auch im jeweils anderen. Die Handlung entfaltet sich mit Feingefühl und verbindet die Themen Selbstfindung und zwischenmenschliche Beziehung. Regie führte Yann Samuell, die Hauptrollen übernehmen Alexandra Lamy, Julien Le Berre, Mélanie Doutey und Maëlle Vidou.

INHALT:

Was ein Systemsprenger ist, wissen viele Menschen aus einem gleichnamigen deutschen Film. Der junge Mann namens Adam in dem französischen Film Die Camino-Therapie ist auch so ein Systemsprenger: ein verhaltensauffälliger, schwieriger, manchmal brutaler Kerl, für den man sich wenig Hoffnungen machen sollte auf ein Leben in Gesellschaft. Doch vielleicht gibt es einen Ausweg. Eine sozialarbeiterliche Initiative, die darauf setzt, dass ein Pilgerweg eine ideale Form ist, um sich den eigenen Dämonen zu stellen.

Adam bekommt eine Partnerin zugeteilt, die frühere Lehrerin Fred, die ihre eigene Geschichte mit Institutionen hat. Gemeinsam macht sich das Duo auf den Jakobsweg, ausgestattet mit Zelt, Campingkocher und ein paar Regeln. Für Adam, der sich in vielerlei Hinsicht verhält wie der letzte (und nicht der erste) Mensch, wird Fred zu einer Pilgermutter: mal streng, mal umgänglich, mal verzweifelt angesichts der scheinbaren Aussichtslosigkeit, diesen jungen, vom Leben komplett auf eine falsche Spur gebrachten Zyniker auf einen sinnvollen Kurs zu bringen.

Die Camino-Therapie erfüllt aber genau diesen Zweck. Hilfreich sind dabei ein erbauliches Drehbuch, das perfekt eine Dramaturgie von kleinen Fortschritten, dramatischen Rückschlägen, scheinbarer Hoffnungslosigkeit und schließlicher Politik der kleinen Schritte abarbeitet.

Alexandra Lamy (im Juli auch in Chéri, ich komme – Die Erfindung der Lust zu sehen) und Julien Le Berre haben eine gute Dynamik in den Hauptrollen, für den übermächtigen Rest an positivem Input sorgen die Landschaft (mit der Regisseur Yann Samuel mächtig auftrumpft) und ein Mädchen mit einem Handicap. Die Camino-Therapie bestätigt den souveränen französischen Zugriff auf alle Formen des Wohlfühlkinos: Über Stock und über Stein führt der Weg zum geglückten Zusammensein.

(Bert Rebhandl in „DER STANDARD“)

 

DETAILS:

Schauspieler: Alexandra Lamy, Mélanie Doutey, Cyril Gueï, Julien Le Berre, Eric Métayer, Malik Amraoui
Regie: Yann Samuell
Genre: Drama
Dauer: 113 Min
Zulassung:  ab 6 Jahre
Land: Frankreich
Erscheinungsdatum: 2026

 

SPIELZEIT:

Freitag,          10. Juli            21.15 Uhr  (Open Air)