Ein atemberaubender Blick unter eine bislang verborgene Oberfläche: DIE WILDE NORDSEE entführt das Publikum auf eine spektakuläre Reise durch eines der unerforschtesten, rauesten und zugleich faszinierendsten Meere Europas. Zwischen tosenden Wellen und geheimnisvollen Tiefen entfaltet sich das verborgene Leben der Nordsee – mit eindrucksvollen Bildern, seltenen Tierbegegnungen und berührenden Geschichten aus einer Welt im Wandel. Ein visuell überwältigendes Naturerlebnis, das Staunen weckt – und zum Nachdenken anregt.
Sie ist bis zu 700 Meter tief, hat rund 570.000 Quadratkilometer Fläche und ist seit 2009 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes: die Nordsee. Sie gilt nicht nur als wichtiger Handelsmarkt für Europa zu den Weltmärkten oder als dicht befahrene Schifffahrtsroute, sondern auch als beliebte Urlaubsregion. Bei rund 8,2 Millionen Urlaubern allein im vergangenen Jahr in Deutschland ist die Nordsee mit ihrem Wattenmeer vielen Touristen nur allzu vertraut. Doch was sich unter dem Meeresspiegel an Leben tummelt, dürfte auch Stammurlauber*innen noch überraschen. Angrenzend an unter anderem Großbritannien, Norwegen, Dänemark, Deutschland und die Niederlande bietet die Nordsee ein vielfältiges Ökosystem. Eine bunte Welt, in die uns Taucher und Naturfilmer Peter van Rodijnen mitnimmt.
Der Riesenhai filtert Plankton mit geöffnetem Maul, während er seine Kreise zieht. 1,5 Millionen Liter Wasser pro Stunde. Sie sind die großen Weidetiere, die Elefanten der Nordsee. Mit eingebauten Hintergrundkommentaren führt Peter van Rodijnen uns rund 89 Minuten lang durch sein Meer, während der Zuschauer seine eigenhändig aufgenommenen Bilder bestaunt. Dazu bereist der Niederländer auch die zahlreichen angrenzenden Länder, um die Vielfalt der unterschiedlichen Ökosysteme abzubilden: „Alles Leben ist Teil einer komplexen Beziehung, in der jedes Lebewesen vom anderen abhängig ist“. Beginnend beim mikroskopisch kleinen Ruderfußkrebs bis hin zum ausgewachsenen Seehund. Zum ewigen Kreislauf gehört jedoch auch der Tod. Fressen und gefressen werden. Die Dokumentation zeigt die Natur in ihrer Reinform, ohne zu beschönigen. Immer unterlegt von den humorvollen Kommentaren des Tauchers: „Der Einsiedlerkrebs steckt seinen Hintern in ein Schneckenhaus. So ist er vor Hinternbeißern geschützt“.
In Schottland entdeckt van Rodijnen eine Papageientaucher-Brut. Die Zahl der Brutpaare schrumpfte innerhalb der letzten fünf Jahre um 30 Prozent. Grund dafür ist die Überfischung durch große Industrieschiffe. Denn auch die Nordsee ist vom Einfluss des Menschen betroffen. Van Rodijnen folgt einem Fischer, um beide Seiten zu betrachten. Auch wenn wir gerne Meerestiere essen, müssen wir uns der Konsequenzen für das Ökosystem bewusst sein.
Der wahre Star ist jedoch die Musik von Komponist Sven Figee. Seine Klänge erwecken die Aufnahmen zu neuem Leben und formen Geschichten aus den gezeigten Bildern. Elegant treiben Quallen zu leisen Klavierklängen durch das Wasser. Schnelle Streicher untermalen die Jagd des Seewolfs. Die Trommeln erzeugen Spannung, während die Scholle ihrer Beute auflauert. Die abwechslungsreiche musikalische Begleitung spiegelt die vielfältigen Wasserbewohner passend wider.
Die Kombination der abwechslungsreichen Musik von Sven Figee mit den humorvollen Kommentaren von Peter van Rodijnen führt auf unterhaltsame Weise durch die Meereswelt. Von kleinen Mikroorganismen bis hin zu großen Riesenhaien zeigt sich das vielfältige Ökosystem in all seiner Pracht. Dem niederländischen Taucher und Naturfilmer gelingt es, die vertraute Nordsee in eine unbekannte Wasserwelt zu verwandeln, aber auch ein Bewusstsein für die Überfischung sowie Umweltverschmutzung der Meere zu schaffen. Denn auch die Nordsee ist ein Ökosystem, das geschützt werden muss.
(aus „Kino-Zeit“
Schauspieler:
Regie: Mark Verkerk
Genre: Dokumentation
Dauer: 88Min
Zulassung: ab 6 Jahre
Land: Niederlande, Belgien
Erscheinungsdatum: 2026
ab Freitag, 11. Juni bei uns zu sehen!