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Kino Katsdorf

AUF ZWEI RÄDERN

Manchmal weist der Blick zurück den Weg nach vorn: Gemeinsam mit seinem besten Freund Philippe und Hund Lucky steigt Filmemacher Mathias aufs Fahrrad und begibt sich auf einen ebenso ungewöhnlichen wie persönlichen Trip quer durch Europa. Das chaotische Trio folgt der Route, die Mathias‘ verstorbener Sohn Youri einige Jahre zuvor selbst unternommen hat – von der französischen Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer. Was als leise Spurensuche beginnt, wird zu einem überraschend heiteren Abenteuer voller unerwarteter Begegnungen. Mit jeder Etappe nähern sich die beiden Freunde mal auf berührende, mal auf humorvolle Weise dem Verlust – und feiern doch das Leben.
AUF ZWEI RÄDERN ist ein zutiefst berührendes und zugleich lebensbejahendes Roadmovie voller Wärme, Witz und Menschlichkeit, das mühelos zwischen feiner Situationskomik und Ernst, Melancholie und tröstlicher Freude balanciert. In Frankreich avancierte der Film zum Publikumsliebling und wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet.

INHALT:

„Auf zwei Rädern“ ist ein Herzensprojekt, eine zutiefst persönliche Arbeit. Das lässt sich schon anhand der Rahmenbedingungen deutlich feststellen: Der vor allem als (Neben-)Darsteller in zahlreichen französischen Kino- und TV-Produktionen bekannte Mathias Mlekuz (Jahrgang 1966) führte hier Regie und hat zusammen mit seinem Schauspielkollegen Philippe Rebbot auch das Drehbuch geschrieben. Unter den Vornamen Mathias und Philippe verkörpern die beiden zugleich die Hauptrollen. Josef Mlekuz, einer der Söhne des Filmemachers, tritt ebenfalls unter seinem echten Vornamen auf. Seinem anderen Sohn Youri ist das Werk wiederum gewidmet. Dieser starb 2022 durch Suizid. In der fiktionalisierten Form eines Roadmovies befasst sich Mlekuz mit seiner Trauer und mit dem Versuch einer Bewältigung.

Mathias und Philippe sind seit zwei Dekaden eng miteinander befreundet. Um Youris Tod zu verarbeiten, begeben sich die zwei Männer auf Fahrrädern auf eine Reise von der französischen Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer. Nicht etwa deshalb, weil sie leidenschaftliche Radler wären, sondern weil Youri diese Route einst auf diese Weise zurückgelegt und in einem Tagebuch ausführlich dokumentiert hat. Das Buch dient ihnen nun als „Straßenkarte“. Im Gepäckträger reist noch Mathias’ kleiner Hund Lucky mit. Den Plan, durchweg im Freien in Zelten zu übernachten, gibt das Duo alsbald auf – was etwa zu einem recht absurden Airbnb-Aufenthalt bei einer strengen Gastgeberin (Adriane Grządziel) führt.

Der Film hat viel Humor, der indes nie in billige Kalauer abdriftet. Der Schmerz, den Mathias empfindet, ist stets spürbar – und offenbart sich auf eine berührende Art, die insbesondere bei Geschichten über ältere Männer nicht immer selbstverständlich ist. Die beiden Protagonisten zeigen sich verletzlich und gehen keiner emotionalen Situation aus dem Weg. Das Verhältnis zwischen den zwei Freunden ist wunderbar zart und kommt ohne Verlegenheitsgesten oder relativierende Sprüche aus. Philippe tröstet Mathias, er muntert ihn auf – und begleitet ihn durch alle Stimmungen.

Die lockere (Hand-)Kameraführung von Florent Sabatier verleiht dem Geschehen eine spontane Anmutung, während die Musik (darunter der Song Sorry Baby von Rana Mansour) für zusätzliche Energie sorgt. Oft sind wir dabei, wenn Mathias und Philippe einkehren und sich über große Themen austauschen: über Glauben, Verantwortung, Vaterschaft oder die Frage, was es eigentlich heißt, „ein prima Kerl“ zu sein. Auf zwei Rädern gaukelt uns nicht vor, dass die beiden Männer auf ihrem Roadtrip zur ultimativen Erkenntnis gelangen und den Sinn des Lebens entdecken. Der Film gibt jedoch Hoffnung, dass sich Trost finden lässt, vor allem durch zwischenmenschliche Momente und durch einen offenen Umgang mit Gefühlen.

(aus „Kino-Zeit“)

 

DETAILS:

Schauspieler: Mathias Mlekuz, Philippe Rebbot, Josef Mlekuz
Regie: Mathias Mlekuz
Genre: Roadmovie
Dauer: 98 Min
Zulassung:  ab 6 Jahre
Land: Frankreich
Erscheinungsdatum: 2026

 

SPIELZEIT:

Samstag,          25. Juli            21.15 Uhr  (Open Air)
Montag,             27. Juli            20.15 Uhr  (Saal 2)